Berechnungen für größere Solarwärmeanlagen auf „Sonnenhäusern“ und Mehrfamilienhäusern sowie Industrieanwendungen sind nicht Bestandteil dieser Analyse. In den nächsten Monaten soll der vorgestellte Wirtschaftlichkeitsrechner weiterentwickelt werden. Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung ist bewusst der konservative Vergleich mit Erdgas gewählt worden. Im Vergleich zu einer erdölbasierten Heizungsanlage würden die zu erzielenden Renditen höher ausfallen.



Folgende Rahmenbedingungen wurden für die Analyse festgelegt:

Wir gehen von einer Kollektor- und Speicherlebensdauer von mindestens 20 Jahren aus.

Die Kosten für eine idealtypische Anlage zur Warmwasseraufbereitung (WW) betragen in der Regel zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Im Einzelfall können die Kosten bedingt durch Installationsaufwand abweichen. Als Investitionssumme wurden hier 5.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer zugrunde gelegt, abzüglich der auch bei einer konventionellen Heizungsanlage anfallenden Kosten in Höhe von 1.800 Euro für die Anschaffung des Warmwasserspeichers inklusive der anteiligen
Montage- und Transportkosten. Für eine Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasseraufbereitung liegen die Investitionskosten zwischen 8.000 und 12.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Als Investitionssumme wurden hier 10.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer zugrunde gelegt, abzüglich der auch bei einer konventionellen Heizungsanlage anfallenden Kosten in Höhe von 1.800 Euro für die Anschaffung des Warmwasserspeichers inklusive der anteiligen Montage- und Transportkosten.

 

Weiterhin festgelegt worden sind für beide Anlagenarten Kesselwirkungs- und – nutzungsgrade von 85% im Winter und 60% im Sommer, ein Erdgaspreis von 6,2 Ct / kWh brutto und eine Kostensteigerung für Erdgas bzw. Strom von 5 bis 8%
p.a. In Anlehnung an Öko-Test wurde mit einem Pauschalbetrag von 50 Euro ein Haushaltsgerät berücksichtigt, das mit Solarwärme versorgt wird und somit Stromkosten einspart. Die allgemeine Inflation wurde mit 2% p.a. angesetzt.
Betriebs- und Wartungskosten sind mit 1,5% der Investition p.a. bei WW-Anlagen angesetzt bzw. mit 0,5% bis 1,0% jährlich für kombinierte WW- und HZ-Anlagen. Die Reinvestition der eingesparten Kosten in eine alternative Anlage wird in dem
Rechenmodell mit 2,5% verzinst. Eine mögliche Fremdfinanzierung z. B. im Rahmen von Fördermöglichkeiten ist nicht

Bestandteil der Modellrechnungen. 2 / 4. Die technischen Details wurden mit der Simulationssoftware T*Sol berechnet. 

Dabei sind wir von folgenden Prämissen ausgegangen:

1) Einfamilienhaus mit WW
• Standort Würzburg
• keine Zirkulation
• Flachkollektor brutto 5,1 qm, netto 4,4 qm
• ŋ0 : 80,0 %, a1= 3,9; a2=0,007
• 300 l Speicher, Isolierung: WLG 030; 75 mm

Verbrauchs-/Ertragswerte (pro Jahr)
• 2.960 kWh WW-Bedarf
• 2.030 kWh Solarertrag
• 3.200 kWh Endenergieeinsparung ( ca. 320 Kubikmeter Erdgas)

 

 

Die Ergebnisse für Solaranlagen für WW fallen wie folgt aus:

 

Hinweis: Bei der Berechnung wurde keinerlei Förderung berücksichtigt. 

 

2) Einfamilienhaus mit WW und HZ
• Standort Würzburg
• keine Zirkulation
• Flachkollektor brutto 10,3 qm, netto 9,0 qm
• ŋ0: 80,0 %, a1= 3,9; a2=0,007
• 800 l Speicher mit Frischwasserstation, Isolierung: WLG 035;
120 mm
• VL /RL 35°C / 28°C (Fußbodenheizung)

Verbrauchs-/Ertragswerte (pro Jahr)
• Wärmebedarf 17.590 kWh (2.980 kWh WW-Bedarf, 14.610 kWh
Heizwärmebedarf)
• 3.770 kWh Solarertrag
• 5.000 kWh Endenergieeinsparung (500 Kubikmeter Erdgas)

 


Die Ergebnisse für Solaranlagen für WW und HZ fallen wie folgt aus:

 

 

Für eine Solarthermie-Anlage sprechen viele weitere Aspekte der Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit. So sind Einsparungen im Gegensatz zu beispielsweise Immobilien, Spareinlagen oder Aktien steuerfrei.


Darüber hinaus werden Anlagen zum Teil gefördert und erwirtschaften eine deutlich positive Rendite. Mit einer Solarthermie-Anlage können Investoren bis zu 7 Prozent p.a. erwirtschaften und dies bei einem vergleichsweise geringem Risiko. Zudem ist der Wirkungsgrad von Solarkollektoren mit rund 80 Prozent sehr hoch. Investoren machen sich mit der Sonnenenergie unabhängig von Energieversorgern/Energiepreisen und können mit einem Solarwärme-Preis
kalkulieren, der auf Jahrzehnte vorhersehbar ist. Der Preis für Erdöl steigt dagegen seit Jahren an. Während man 1990 noch 5.000 Liter Heizöl für 1.300 Euro bekam, sind es heute nur noch 1.850 Liter.


Auch bei Energiepreisschocks und politischen Krisen ist Versorgungssicherheit gegeben. Zudem ist das Image der Solarwärme positiv – es handelt sich um eine saubere Technologie, die dazu beiträgt, die CO2-Emission zu reduzieren.

 

Weitere Informationen

 

Quelle: solarwirtschaft.de BSW Solar
Tabellen: solarwirtschaft.de BSW Solar
Foto: TST Fachgroßhandel Solarthermie